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Niddas SPD feiert ihr 100-jähriges Bestehen mit einem Familiennachmittag

„Als Stunde des Zusammenrückens“ bezeichnete Lisa Gnadl den Familiennachmittag, mit dem Niddas SPD ihr 100-jähriges Bestehen feierte.

Zwischen 25 und 65 Jahren sind diese Damen und Herren Mitglieder der Niddaer SPD und wurden dafür geehrt. Fotos: Maresch

MICHELNAU – 100 Jahre SPD Nidda: Das Jubiläum wurde als freundschaftliches, entspanntes Fest zwischen Rückschau auf die Vergangenheit und dem Ausblick auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen gestaltet. Der „Verein der Steinbruchfreunde Michelnau“ hatte die Partei bei der Organisation des Open Air-Festes im Naturdenkmal unterstützt. So stand zu Beginn ein Kinderfest mit vielen Bewegungs- und Spielangeboten vor der Steinmetzhütte auf dem Programm.

Chronik verfasst

Zahlreiche Verantwortungsträger, Mitglieder und Freunde der Partei sowie Vertreter anderer Fraktionen im Stadtparlament waren gekommen. Die Ortsvereinsvorsitzende Christine Jäger dankte zusammen mit Laura Eckhardt und Reimund Becker allen, die diese Feier gestalten halfen. Lob gab es für die Chronik, die Georg Wegner und Adi Jäger mit großem Arbeitsaufwand zusammengetragen hatten. Auf Initiative von Marina Ulfikowski-Martin hatte sich ein kleiner Chor gebildet, der Lieder, die untrennbar zur Parteigeschichte gehören, hören ließ. Im Zeitraffer ging es zurück zum 8. Januar 1919 in das Gasthaus Zoll am Marktplatz: Die Spielszene, die Patricia Rausch geschrieben hatte, bildete die Gründungssituation der Niddaer SPD ab, die wirtschaftliche Not von damals und den Wunsch nach mehr Gerechtigkeit und Solidarität.

Die Generalsekretärin der SPD Hessen und Innenpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Nancy Faeser, zeigte sich beeindruckt von der Spielszene: „Unser Dank gilt den Menschen, die den Ortsverein mit Leben füllen, die ihre Freizeit dafür opfern, dass die Stadt Lebensqualität hat und sich zukunftsfähig weiter entwickelt.“ Faeser zitierte Joachim Gauck: „Kommunalpolitiker sind diejenigen, die sich trauen“. Sie lud zu einem kurzen Rückblick in die Geschichte, in die Härten der Industrialisierung, als 1863 der Vorläufer der Partei, der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein, gegründet wurde. „In diesen 156 Jahren waren wir Sozialdemokraten immer auf der richtigen Seite, der der Demokratie, der Gerechtigkeit und der Solidarität.“ Mit Respekt erinnerte sie an die Sozialdemokraten, die der Nazi-Herrschaft Widerstand entgegengesetzt hatten, wofür sich auch in der Chronik Beispiele finden. Solche Zivilcourage, solcher Widerstand sei auch heute wichtig, wo es wieder Gefahren für die Demokratie gebe. Faeser wies auf die tragende Gemeinschaft auf Bundes-, Landes-, Kreis- und Ortsebene hin, erinnerte an Besuche namhafter SPD-Politiker in Nidda, etwa Herbert Wehner, Willy Brandt, Holger Börner, Hans-Jochen Vogel. Es müsse deutlich aufgezeigt werden, welche Verbesserungen für die Bürger auf Druck der SPD erreicht worden seien, etwa die Pflegestärkungsgesetze der letzten Jahre, das Starke Familien-Gesetz 2019. „Wir Sozialdemokraten sind es, die sich nach wie vor für humane Strukturen in der Arbeitswelt einsetzen“, betonte Faeser.

Ehrungen

Christine Jäger begrüßte das neue Parteimitglied Antonio Lobo Massaro und ehrte langjährige Mitstreiter: Seit 25 Jahren dabei sind Christian Edelmann, Martin Edelmann, Mechthild Lauckhardt, Jürgen Vonderheid und Tobias Riesbeck, seit 40 Jahren Bernd Jürgen Fey, Bernd Herrmann, Helmut Barth, Klaus Peter Cos, Jakob Pos, Eva Maria Schemenau und Wolfgang Knörndel. Auf ein halbes Jahrhundert Mitgliedschaft können Karl-Heinz Basenau, Hedwig Gierhardt, Werner Hutzler, Adolf Prasse, Rudolf G. Hartmann, Karlheinz Schaumburg und Waltraud Schönfeld zurückblicken. Horst Weber ist seit 60 Jahren, Günter Laas seit 65 Jahren Sozialdemokrat.

Lisa Gnadl, die Vorsitzende des SPD-Unterbezirks, erinnerte an den verstorbenen SPD-Landtagsabgeordneten Gerhard Becker, der ihr bei ihren Anfängen in diesem Gremium zur Seite gestanden habe. Es sei gut, wie in Nidda das Jubiläum gefeiert werde „als Stunde des Zusammenrückens“, denn die kommunalpolitische Arbeit mit ihren Anforderungen gehe weiter.