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Stadtverordnete verabschieden Niddas Ersten Stadtrat Reimund Becker

Mit Dank für zwölf Jahre Einsatz für die Stadt Nidda verabschiedete Stadtverordnetenvorsteherin Susanne Repp Reimund Becker, der aus dem Amt als Erster Stadtrat scheidet.

NIDDA – Der Sozialdemokrat Reimund Becker hatte am Mittwoch seinen letzten Tag als hauptamtlicher Erster Stadtrat und Kämmerer von Nidda. Im Vorfeld hatte der 58-Jährige erklärt, keine offizielle Verabschiedung in der Stadtverordnetenversammlung zu wollen. Ganz ohne Dank verlief die jüngste Sitzung am Dienstagabend im Bürgerhaus aber dann doch nicht. Scharf kritisierte Stefan Knoche (SPD) die Entscheidung der Fraktionen CDU und Bürger-Liste (BL), den Posten des hauptamtlichen Ersten Stadtrats zu streichen. Zunächst allerdings richtete sich Stadtverordnetenvorsteherin Susanne Repp (BL) an den Ersten Stadtrat: „Wir haben besprochen, dass es keine langen Abschiedsreden gibt.“ Gleichwohl wolle sie ihm für seinen unermüdlichen Einsatz über zwölf Jahre für Nidda danken. „Sie haben nicht nur Ihre Pflichten im Rathaus erfüllt, sondern die Stadt auch bei unzähligen Terminen nach außen vertreten.“ Repp überreichte Reimund Becker ein Buch, seiner Frau Petra einen Blumenstrauß. Jene habe ihren Mann bei vielen Terminen begleitet, habe immer an seiner Seite gestanden. „Das ist nicht selbstverständlich“, unterstrich Repp. Bei seiner Haushaltsrede zum Doppelhaushalt 2019/2020 bemängelte Stefan Knoche die Streichung des hauptamtlichen Postens deutlich. Im November vergangenen Jahres hatten CDU und Bürger-Liste dies mit Änderung der Hauptsatzung mehrheitlich durchgesetzt (der Kreis-Anzeiger berichtete). Das sei falsch gewesen, fuhr Knoche fort, wie der jetzt vorgelegte Haushaltsplan belege. „BL und CDU nannten im November 2017 als einzigen Grund die schlechte Haushaltssituation und notwendige Einsparungen im Personalwesen“, führte Knoche aus. Wie sich nun zeige, werde die Streichung nicht zu einer Reduzierung, sondern sogar zu einer Erhöhung der Personalausgaben führen. Die SPD habe dies von vornherein befürchtet, unterstrich Knoche. „So sollen die Personalausgaben in 2019 gegenüber 2018 um rund 1,47 Millionen Euro steigen.“ Zwar beruhe die Erhöhung unter anderem darauf, dass im Kindergartenbereich zusätzliche Stellen erforderlich seien. Ein weiterer Grund dafür sei die Überführung des Eigenbetriebs Stadtwerke in den städtischen Finanzetat. „Aber wer genau hingeschaut hat, wird erkennen, dass für Verwaltungssteuerung sowie Finanzplanung und -ausführung zwei Stellen angehoben werden.“ Dies liege am Wegfall des Postens des hauptamtlichen Ersten Stadtrats. Aus dem gleichen Grund würden in zwei anderen Produktbereichen je eine halbe Stelle erforderlich. „Ganz zu schweigen von den Pensionslasten, die Sie mit Ihrer Entscheidung mitverursacht haben“, kritisierte Knoche CDU und BL. Darüber hinaus werde mit dem Ausscheiden von Reimund Becker „gerade im Bereich der Finanzverwaltung der Stadt eine nicht zu füllende Lücke entstehen“. Wie der SPD-Sprecher ankündigte, werde sich seine Fraktion deshalb beim Stellenplan enthalten. „Die Entscheidung müssen wir akzeptieren, auch wenn wir sie für absolut falsch halten.“ Gegen den Stellenplan stimme die SPD nur deshalb nicht, da er ansonsten nicht zu beanstanden sei. Marcus Stadler (Grüne) freute sich über den ausgeglichenen Doppelhaushalt. Dies liege an der guten wirtschaftlichen Konjunktur in Deutschland, der „schwarz-grünen Arbeit auf Landesebene“ sowie der Arbeit von Reimund Becker. „Sie haben jahrelang dafür gekämpft, genau diesen Zustand zu erreichen.“ Er glaube, dass dies ein schönes Abschiedsgeschenk sei: Zu sehen, dass alles funktioniert. Knapper fielen die Dankesworte der BL und CDU aus: BL-Fraktionsvorsitzender Bernd Schoeps dankte für das Nachhaken und die Beharrlichkeit, an der Hessenkasse teilzunehmen, was zu erfreulichen Entlastungen des städtischen Haushaltes führe. Ein ganz besonderer Dank gelte an dieser Stelle dem Kämmerer Becker, betonte Schoeps. Und Till Neumann (CDU) dankte allen beteiligten Mitarbeitern für ihr großes Engagement bei der Erstellung des Haushaltsplans: „Allen voran Erstem Stadtrat Becker und Lars Schmidt.“ Wie Bürgermeister Hans-Peter Seum (parteilos) am Ende erklärte, werde es in der Stadtverwaltung eine kleine Feier mit Reimund Becker geben. „Wir lassen ihn nicht so einfach gehen“, betonte er. Er dankte ihm für die gute Zusammenarbeit und wünschte ihm alles Gute. „Sie sind uns immer herzlich willkommen.“ Beckers Nachfolgerin ist die Christdemokratin Adelheid Spruck, die den Posten ehrenamtlich übernimmt.

Quelle: Kreis-Anzeiger